Wie kann der Ausweg aus dem Dilemma “Der Mitarbeiter leistet in gleicher Zeit mehr, bekommt aber das gleiche Gehalt wie vorher. Seine Produktivitätssteigerung durch agiles Vorgehen zahlt sich für ihn nicht aus!” aussehen?

Wenn wir von der hier skizzierten Ungleichung ausgehen, können wir das Dilemma (aus Mitarbeitersicht) wie folgt zusammenfassen: gleiche Arbeitszeit, gleicher Lohn, mehr Leistung.

Es ergeben sich folgende Auswege:

  1. Verringern der Arbeitszeit bei gleichbleibendem Gehalt soweit, bis die Leistung wieder bei 100% liegt.
  2. Erhöhen des Gehaltes proportional zur Leitung.
  3. Senken der Leistung proportional zu Arbeitszeit und Gehalt.

Nur das Geben von Sinn stellt keinen Ausweg dar, denn es gilt, was Bert Brecht in der Dreigroschenoper formulierte: “Erst kommt das Fressen, dann die Moral.”

Zu 1.: Es gibt Ansätze, dass die Mitarbeiter nach wie vor die volle Arbeitszeit anwesend sind, allerdings Zeit bekommen. um eigene Projekte am Arbeitsplatz zu verfolgen. Ein Beispiel dafür ist der FedEx-Day, bei dem Mitarbeiter z.B. 1-2 Tage pro Monat für 24h die Ressourcen des Unternehmens für ein eigenes Projekt nutzen können. Oft soll das Projekt im Kontext des Unternehmens liegen, z.B. entstanden so viele Produkte von Google. Bei Google hatten die Mitarbeiter anfangs 20% ihrer Zeit für eigene Projekte, soweit man hört, wurde dieses mittlerweile deutlich eingeschränkt. Ein anderes Beispiel sind Unternehmen, die Mitarbeitern Arbeitszeit geben, damit diese an Open Source-Projekten mitarbeiten. Soweit man hört, liegt auch hier der Nutzen beim Unternehmen, da diese die entstehende Software selbst einsetzen.

Generell bleibt festzustellen, dass die Leistungssteigerung deutlich über dem Mitarbeiter gegebenen Zeit für Projekte liegt.

Zu 2.: Zu einer Gehaltserhöhung proportional zur Leistungssteigerung sind mir keine Fälle aus Unternehmen bekannt. Bekannt ist allerdings, dass Mitarbeiter Mitgesellschafter wurden und so indirekt von der Leistungssteigerung profitieren.

Zu3.: Dies stellt schlicht und einfach die Rückkehr zur Vorgehensweise vor der Einführung von agilem Vorgehen dar. Das ist offensichtlich der Ausweg aus dem Dilemma, der sich bisher automatisch einstellt.

 

Erster Teil Der Erfolg von agilen Transitionen (1): De-Motivation des Mitarbeiters

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