Nach einem sehr interessantem Gespräch heute Vormittag (Danke Matthias!) und den Vorträgen gestern und vorgestern, wurde mir klarer, wie ich die Darstellung der Anwendung der Dilts-Pyramide verbessern kann: Dilts 2.0.

Mir geht es darum, zu verstehen, warum die Einführung von Agilität oft scheitert, d.h. – spätestens mittelfristig – zurück rollt. Eine Erklärung habe ich durch die Dilts-Pyramide gefunden, hier soll dies hergeleitet werden.

Ausgangspunkt ist eine Umwelt, die erst einmal nicht näher definiert und absichtlich ohne Grenzen gezeichnet ist.

System_UmweltIn dieser Umwelt agiert ein – zunächst nicht näher bezeichnetes – System.

System_SystemDieses System kann verschiedenes sein: ein Mensch, ein Team oder ein Unternehmen.

Dieses System steht über ein Verhalten im Austausch mit seiner Umwelt.

System_VerhaltenSeinerseits hat das System ein “Innenleben”, welches das Verhalten steuert und auf das das Verhalten zurückwirkt.

System_Verhalten_InnenlebenWenn sich die Umwelt ändert, muss das System sein Verhalten ändern, um überleben zu können. Diese Verhaltensänderung wird zwar durch die Umwelt notwendig, aber vom “Innenleben” erzeugt. Daher passt dieses neue Verhalten zum “Innenleben”.

Was machen wir normalerweise, wenn wir ein anderes Verhalten haben wollen, z.B. agiles Verhalten? Wir ändern dieses Verhalten DIREKT und lassen das “Innenleben” komplett unangetastet. Das kann nicht dauerstabil sein, da das “Innenleben” noch im alten Zustand von vor der Verhaltensänderung ist und der Änderung entgegenwirkt. Und so rollt die Veränderung dann mit der Zeit wieder zurück.

PS: Vielleicht wird es verständlicher, wenn ich den Kontext konkret mache:

Beispiel für einen Mensch: Die Umwelt umfasst alles, in dem er lebt, soziales Umfeld, Arbeit etc. Das System ist der Mensch selbst. Seine “Innenwelt” ist sein geistiges Inneres.

Beispiel für ein Team: Die Umwelt ist z.B. das Unternehmen, in dem das Team arbeitet. Das Verhalten ist alles, was dieses Team als Ganzes zeigt. Seine “Innenwelt” sind die Menschen mit ihren “Innenwelten”.

Beispiel für ein Unternehmen: Die Umwelt umfasst alles, in dem das Unternehmen sich bewegt: Markt, Gesellschaft, Rechtssystem, Wirtschaftssystem etc. Das System ist das Unternehmen selbst. Das Verhalten ist alles das, womit das Unternehmen im Austausch mit seiner Umwelt steht, also Leistungen, Produkte, Beschaffung, etc. Die “Innenwelt” umfasst dann nicht nur die Menschen, die im Unternehmen arbeiten, die Strukturen, nach denen das Unternehmen aufgebaut ist, sondern “Software”, wie Werte, die das Unternehmen nach innen und außen lebt.

PPS: Eigentlich ist das hier mehr Luhmann als Dilts …

 

Bisher erschienene Artikel:

Dilts-Pyramide

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