(Dieser Beitrag ist aus meinem neuen Buch leider herausgefallen.)

Agile Transformationen erfolgen nicht agil

Viele „agile Transformationen“ sind also agile Transitionen mit vordefinierten Ziel-Zuständen – Fake Agile! Wie wäre es damit, das Agile Manifest [AM] auch auf die Art und Weise der Veränderung zu Agilität anzuwenden [Bee17]? Individuen und Interaktionen mehr zu schätzen als Prozesse und Werkzeuge. Reagieren auf Veränderung mehr zu schätzen als das Befolgen eines Plans. Wie soll echte Agilität erreicht werden, wenn vorgefertigte Pläne umgesetzt werden?

Der Gruppenleiter wird Scrum Master, der Abteilungsleiter Product Owner

Wir sind ein Scrum-Team.
Und das ist unser Team-Leiter.
Weil es sich bewährt hat.

– Aussage eines „Scrum-Teams“

Die im Zitat getroffene Aussage ist ja ok – solange man das nicht agil nennt! – Fake Agile!

Das Beibehalten von Strukturen – auch wenn diese neu benannt werden – verändert nichts. Agilität ist ein radikaler Bruch mit bestehenden Strukturen. Und – Wenn sich das, was Sie tun, bewährt hat, warum sollten Sie das dann ändern? Stehen Sie dazu und benennen Sie es so wie es bisher schon war. Agilität ist nicht immer und überall notwendig! Mehr dazu in diesem Buch.

Organisationen bleiben funktional getrennt

Auf das Problem der nach wie vor bestehende funktionale Trennung in der Organisation ging ich schon ein (s.o.). „Transformationen“, die diese Strukturen nicht überwinden, sind keine! – Fake Agile!

Transformationen sind darauf ausgelegt, die bisherigen Positionsinhaber mit neuen Positionen zu versorgen

Job Safety, not Role Safety.

– Prinzip aus Lean Management

Einige „agile Frameworks“ sind so aufgebaut, dass jeder Manager der alten Struktur seinen Platz in der neuen Struktur sofort erkennt. Ja, dies mag dem Einzelnen Sicherheit geben. Doch wie soll sich was ändern, wenn nicht nur die Köpfe, die die Strukturen machen und leben sollen, gleich bleiben, sondern auch deren Positionen? – Fake Agile!