Multitasking im Job durch die kleine Unterbrechung zwischendurch kennen wir alle: Der Anruf hier, die Frage eines Kollegen (“Darf ich Dich was fragen …?”) da und “mal schnell das zwischendurch machen”.Multitasking

Dabei ist schon länger bekannt, dass Multitasking nichts bringt: Hirnforscher Manfred Spitzer zeigt z.B. in einem Artikel in Bezug auf Mediennutzung, dass Multitasker oberflächlicher sind, andere Artikel nennen gleiches für den Arbeitskontext (Bsp1, Bsp2). In diesem Blogartikel zeigt der Autor an Hand von technischen Erläuterungen, dass ein sequenzielles Abarbeiten dem Multitasking überlegen ist.

In den Trainings zu agilen Methoden wird ein “Umschalteaufwand” von 20% pro Taskwechsel angegeben,  bei 5 Aufgaben bleibt keine Kapazität mehr für die eigentliche Bearbeitung der Aufgaben (5*20%=100%).

In dieser Infografik werden nun die weltweiten Kosten für “die kleine Unterbrechung zwischendurch” im Arbeitskontext genannt: 450 Mrd. US-Dollar. (Nun ist der Ersteller ein Anbieter von Tools zur Zusammenarbeit, insofern liegt der Nutzen der Aussagen ziemlich nahe, falsch sind diese trotzdem nicht).

Interessant sind die Details: wir brauchen 25 Minuten, um wieder in das Thema hinein zu kommen. Und dann beträgt die durchschnittliche Bearbeitungszeit vor einer Unterbrechung 01:15 Minuten. Dann verwundern die 40% schlechtere Leistung von Multitaskern nicht, auch nicht, dass sie 50% länger brauchen, um eine Aufgabe abzuschließen und dabei noch 50% mehr Fehler machen. Interessant ist dieser Vergleich: Starkes Multitasking kann den IQ temporär um 15 Punkte senken, das sind 3 mal mehr als beim Rauchen von Cannabis (allerdings erfolgt keine Aussage über langfristige Folgen).

Am meisten wird Multitasking beim Telefonieren gemacht (57% aller Befragten), am wenigsten bei Video-Konferenzen (4%). Das überrascht nicht, da man bei Video-Konferenzen sein Gegenüber ja sieht.

Konzentration auf eine Aufgabe zu einem Zeitpunkt bringt das beste Ergebnis. Das heißt nicht, dass man vorab alles planen muss, sondern nur, mit seiner Aufmerksamkeit bei einem Thema zu bleiben. Gilt übrigens auch für Teams.

Buch Kapitel 1: Warum heute alles anders ist 1/2
Der Erfolg von agilen Transitionen (2): Ausweg aus dem Dilemma

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