Letzte Woche habe ich den Temenos-Workshop bei Olaf Lewitz und Christine Neidhardt besucht. Wir hatten ein Temenos mit Einzelpersonen, das geht auch im Team. Ich bin tief bewegt von den Wirkungen. Temenos schafft eine vertrauensvolle Atmosphäre, in der Entwicklung möglich ist. In Bezug auf Teams frage ich mich, wo Temenos da ansetzt. Ich hatte mit Olaf ein kurzes Gespräch darüber und versuche das nun in mein Weltbild zu integrieren.

Ich habe in einem anderen Zusammenhang die Dilts-Pyramide, auch Logische Ebenen genannt, wieder hervorgeholt. Ich orientiere mich in der folgenden Darstellung an meinem Ausbildungs-Trainer Ralf Stumpf, da ich seine Genauigkeit und Klarheit schätze. Als Basis verwende ich die Darstellung hier.

Die Dilts-Pyramide – Das Modell der logischen Ebenen

Robert Dilts entwickelte dieses Modell der Veränderung Mitte der 1980er Jahre. Dieses Modell liefert Informationen darüber, wo ein Problem, ein Ziel etc. angesiedelt ist und trägt so zur Klärung bei. Nach diesem hierarchischen Modell ist eine Problemlösung i.d.R. auf der nächst höheren Ebene möglich. Eine Ebene organisiert die Informationen der darunter liegenden Ebene, somit führen Veränderungen auf einer Ebene zu Veränderungen auf der nächsttieferen Ebene. Allerdings hat jede Ebene spezifische Regeln für Veränderung.

Für die Erklärung des Modells verwende ich die Betrachtung an einer einzelnen Person, anschließend erweitere ich dies.

Dilts-PyramideDie Basis ist der Kontext / die Umwelt. Jedes Verhalten ist in einen Raum-Zeit-Kontext eingebettet. Die Umwelt wirkt auf die Person, die Phänomene der Umwelt sind mit den Sinnen erfahrbar. Mit den Fragen „Wo?“, „Wann?“, „Wer?“, „Mit wem?“ kann die Umwelt erfragt werden.

In diesem Kontext zeigt die Person ein beobachtbares Verhalten. Die Frage dazu ist „Was“: Was (genau) wird getan? Was könnte jemand von außen an mir beobachten?

Während Kontext und Verhalten von außen beobachtbar sind, sind es die folgenden Ebenen nicht. Die Fähigkeiten, Strategien stellen ein internes Verhalten (Ralf Stumpf) dar, das ein von außen beobachtbares Verhalten ermöglicht. Fähigkeiten sind damit nicht direkt sichtbar. Die Frage dazu ist „Wie?“: Wie führt jemand Tätigkeiten aus? Welche inneren Prozesse, Strategien und Programme laufen ab?

Die Werte, Glaubenssätze, Filter liegen unserem Verhalten bewusst oder unbewusst zu Grunde. Menschen setzen ihre Fähigkeiten nur dann in Verhalten um, wenn die Werte und Glaubenssätze dies erlauben. Die Fragen für Werte sind „Wofür? Was ist wichtig?“, für Glaubenssätze „Warum? Welche Bedeutung hat das? Wie ist der Zusammenhang?“ und für Filter „Worauf achtest du?“.

Die nächste Ebene betrifft das Selbstbild / die Identität. Hier geht es um das zentrale Modell über sich selbst.  Die Fragen dazu sind „Wer bist Du?“, „Was, glaubst Du, denken andere über Dich, wenn Du das machst?“; „Was würdest Du von jemandem denken, der das macht?“; „Was denkt man über jemanden, der sowas macht?“.

Die folgende Ebene Zugehörigkeit, Spiritualität, Mission und Vision fasse ich mit Sinn im Sinne von Viktor Frankl zusammen. Hier geht es um Vorstellungen, Gedanken und Glauben der Menschen über das, was ihre Individualität überschreitet. Dabei geht es um die Frage „Wozu“ in Sinne von „Wer ein Wozu hat, erträgt jedes Wie.

Ein Beispiel: Kontext: Dieser Blog über Agilität. Verhalten: Ich beschreibe die Dilts-Pyramide. Fähigkeiten: Dazu gehe ich schrittweise vor, fasse verschiedenes zusammen, vereinfache und lasse weg. Werte: Es ist mir wichtig, dass andere dieses Modell kennen, um es einsetzen zu können. Selbstbild: Ich bin ein Vernetzer zwischen verschiedenen Themengebieten und bringe diese zusammen. Sinn: Wenn dieses Modell eingesetzt wird, können stabile positive Veränderungen bewirkt werden.

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